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LernFokus Nachhilfeinstitut

Konzentration: Arbeitsplatz, Pausen und das Handy

Was gleichzeitig aussieht, ist schnelles Hin und Her, und jeder Wechsel kostet den Weg zurück in die Aufgabe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Multitasking beim Lernen gibt es nicht. Was gleichzeitig aussieht, ist schnelles Hin und Her, und jeder Wechsel kostet den Weg zurück in die Aufgabe.
  • Die richtige Länge einer Einheit ist keine allgemeine Zahl, sondern das, was Ihr Kind an einem guten Tag wirklich durchhält. Sie wächst mit Übung.
  • Eine Pause muss etwas anderes sein als die Arbeit. Ein Video zwischendurch fühlt sich wie Erholung an und ist keine.
  • Wenn Konzentration auch bei Dingen fehlt, die Freude machen, gehört das zu Kinderärztin oder Kinderarzt und zur schulpsychologischen Beratungsstelle, nicht in die Nachhilfe.

Warum Multitasking beim Lernen nicht funktioniert

Der Satz, den jedes Kind sagt: ich kann das gleichzeitig. Und es stimmt sogar, wenn eine der beiden Tätigkeiten nichts vom Kopf verlangt. Laufen und reden geht. Abwaschen und Musik hören geht. Sobald aber beides Sprache oder Denken beansprucht, passiert etwas anderes: der Kopf springt hin und her, und weil er das schnell tut, fühlt es sich an wie gleichzeitig.

Teuer ist dabei nicht der Sprung selbst, sondern der Weg zurück. Wer mitten in einer Rechnung eine Nachricht liest, braucht danach nicht drei Sekunden, sondern muss sich zuerst wieder erinnern, wo er war und was er eigentlich vorhatte. Bei einer Aufgabe aus mehreren Schritten summiert sich dieser Weg zurück, und zwar deutlich stärker, als es sich anfühlt. Genau das erleben viele Eltern und können es sich nicht erklären: das Kind sitzt tatsächlich zwei Stunden am Schreibtisch, und trotzdem ist am Ende wenig fertig.

Bei Musik ist die Sache weniger eindeutig, als beide Seiten behaupten. Sie können es zu Hause klären, statt darüber zu streiten: dieselbe Art von Aufgabe an zwei Tagen, einmal mit und einmal ohne, und danach vergleichen, wie viel fertig geworden ist. Ein Verdacht lohnt sich trotzdem: Musik mit Text konkurriert mit dem Lesen, weil beides aus Sprache besteht. Beim stumpfen Üben von etwas längst Bekanntem stört sie meist nicht.

Der Arbeitsplatz

Er muss in dreißig Sekunden bereit sein

Ein Platz, der erst leergeräumt werden muss, verlängert jeden Anfang, und der Anfang ist ohnehin die Hürde. Das ist der eigentliche Grund, warum ein aufgeräumter Tisch hilft: nicht weil Unordnung ablenkt, sondern weil das Aufräumen zwischen dem Kind und dem ersten Satz steht.

Auf den Tisch gehört wenig

Das Heft, das Buch, ein Stift, ein Blatt für Nebenrechnungen und Wasser. Alles andere kommt vorher weg, auch das, was zur nächsten Aufgabe gehört. Ein Stapel mit allem, was heute noch zu tun ist, im Blickfeld sorgt dafür, dass die aktuelle Aufgabe immer die falsche zu sein scheint.

Das Handy liegt woanders

Der Streitpunkt in fast jedem Haushalt, und die Diskussion läuft meistens falsch, weil sie um das Gerät geht statt um die Benachrichtigungen. Ein stummes Handy in der Tasche ist harmlos. Ein Handy, das vibriert, unterbricht auch dann, wenn niemand hinsieht, weil man ab dem ersten Summen darauf wartet. Praktikabel ist deshalb selten ein Verbot und meistens eine Regel, die vorher vereinbart wird: während der Einheit liegt das Gerät in einem anderen Raum, in der Pause gehört es dem Kind. Für Ältere, die es als Werkzeug brauchen, für die Vokabelapp oder das Foto von der Tafel, lautet die Regel anders: Flugmodus an, und was gebraucht wird, ist vorher geöffnet. Was hier hilft, ist Vorhersehbarkeit und nicht Härte. Eine Regel, die nur gilt, wenn Erwachsene schlechte Laune haben, wird nicht befolgt, sondern umgangen.

Der Küchentisch ist oft besser als das Kinderzimmer

Im eigenen Zimmer steht alles, was mehr Spaß macht, in Reichweite, und niemand sieht, was passiert. Am Küchentisch arbeitet man in Gesellschaft, ohne beaufsichtigt zu werden. Für viele Kinder ist das die bessere Mischung, für andere ist es zu unruhig. Beides auszuprobieren dauert eine Woche und ist mehr wert als jede allgemeine Empfehlung.

Wie lange eine Einheit sein darf

Es gibt keine allgemeingültige Minutenzahl, und wer eine nennt, hat sie sich ausgedacht. Was es gibt, ist eine Zeit, die Ihr Kind heute durchhält, und die finden Sie in zwei Tagen heraus: schauen Sie einmal unauffällig auf die Uhr, wenn es sich hinsetzt, und einmal, wenn es zum ersten Mal wirklich aussteigt, also aufsteht, aufs Handy schaut oder anfängt zu malen.

Diese Zeit ist Ihr Ausgangspunkt, und dann planen Sie knapp darunter. Eine Einheit, die endet, bevor die Luft raus ist, hinterlässt das Gefühl, es geschafft zu haben. Eine Einheit, die fünf Minuten zu lang ist, hinterlässt das Gegenteil, und dieses Gefühl entscheidet darüber, wie der nächste Tag anfängt. Verlängern lässt sich in kleinen Schritten, aber erst, wenn die kurze Einheit ein paar Wochen gehalten hat.

Beendet wird nach der Uhr, nicht nach der Aufgabe. Wer bis fertig arbeitet, lernt, dass Tempo bestraft wird, und Kinder ziehen diesen Schluss zuverlässig.

Woran es bei Ihrem Kind hakt, sehen wir in der ersten Stunde meist deutlich: an der Aufgabe selbst, am Anfangen oder am Durchhalten. Die erste Probestunde ist kostenlos. Zur kostenlosen Probestunde oder telefonisch unter 0163 / 2666082.

Was eine Pause leisten muss

Eine Pause soll etwas anderes sein als die Arbeit davor. Das klingt selbstverständlich und wird trotzdem fast immer verfehlt, weil die übliche Pause aus Bildschirm besteht: also aus schnellen Reizen, neuen Inhalten und wieder Sprache. Danach ist der Kopf nicht ruhiger, sondern voller, und der Weg zurück in die Aufgabe ist derselbe wie nach jeder Unterbrechung.

  • Aufstehen und den Platz verlassen. Sitzen bleiben und dabei nichts tun ist keine Pause, sondern Warten.
  • Bewegung, Fenster, Wasser. Zwei Minuten Treppe oder einmal in den Garten wirken erstaunlich zuverlässig.
  • Ein festes Ende. Fünf Minuten mit Wecker. Ohne Wecker wird aus jeder Pause die Entscheidung, wieder anzufangen, und die ist teuer.
  • Kein Anfang einer neuen Geschichte. Eine Folge, ein Spiel, ein Video: alles, was einen eigenen Spannungsbogen hat, endet nicht in fünf Minuten und will fortgesetzt werden.

Schlaf, Essen und der Rest des Tages

Konzentration entsteht nicht am Schreibtisch, sondern davor. Wie viel Schlaf ein bestimmtes Kind braucht, ist eine Frage an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt, und wir schreiben hier keine Stundenzahl hin. Was Sie selbst beobachten können, reicht für den Alltag aus: wie der Morgen läuft, ob am Wochenende auffällig lange geschlafen wird, ob die Stunde am Nachmittag regelmäßig zusammenbricht.

Zwei Kleinigkeiten mit großer Wirkung: hungrig und durstig lernt es sich schlecht, und nach Bewegung meistens besser als davor. Wenn Sport, Musikschule und Termine den Nachmittag füllen, ist die Frage nicht, wie man noch Lernzeit hineinquetscht, sondern was in diesem Halbjahr wegfallen darf. Ein voller Kalender wird als Ursache selten in Betracht gezogen, dabei ist er eine der wenigen, die Eltern direkt ändern können.

Wo unsere Rolle endet

Es gibt einen Punkt, an dem all das nicht mehr trägt, und ihn zu erkennen ist wichtiger als jede Einrichtung des Schreibtisches. Wenn Ihr Kind sich auch bei Dingen nicht konzentrieren kann, die es gern tut, wenn es über Wochen unruhig oder abwesend wirkt, wenn Lehrkräfte unabhängig voneinander dasselbe berichten: dann ist das eine Frage für die Klassenlehrkraft, die schulpsychologische Beratungsstelle und die Kinderärztin oder den Kinderarzt. Wir stellen so etwas nicht fest und deuten es auch nicht.

Ehrlich gesagt gehört dazu auch die Grenze der Nachhilfe selbst. Konzentration lässt sich nicht unterrichten. Was ein fester Termin außer Haus leisten kann, ist Struktur: eine feste Zeit, ein Ort, an dem gearbeitet wird, eine kleine Gruppe, in der Abschweifen auffällt. Für viele Kinder ist das genau der Rahmen, der zu Hause fehlt. Fehlt aber nicht der Rahmen, sondern etwas anderes, dann ändert ein weiterer Nachmittagstermin daran nichts, und das sagen wir vorher.

Passend dazu

  • Streit um die Hausaufgaben

    Eine feste Zeit beendet die Verhandlung. Das ist der größte Einzeleffekt, den eine Familie ohne fremde Hilfe herstellen kann.

  • Lernplan für die Klassenarbeit

    Nicht mehr Stunden, sondern die richtigen: ein konkreter Plan für die zehn Tage vor der Arbeit, den Familien sofort übernehmen können.

  • Mein Kind will nicht lernen

    Vierzig Minuten vor dem Blatt, und darauf steht nur das Datum. Es gibt einen Test von zwei Minuten, der zeigt, woran es liegt.

Die erste Stunde kostet nichts.

Schreiben Sie uns, was in der Schule gerade nicht läuft. Wir melden uns spätestens am nächsten Werktag und schlagen einen Termin für die Probestunde vor.

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