Das Wichtigste in Kürze
- Einzelunterricht ist die richtige Wahl bei großen Rückständen, starker Prüfungsangst oder wenn ein Kind sich vor anderen nicht traut zu fragen.
- Die Kleingruppe gewinnt bei allem, was Ausdauer braucht: kontinuierliches Aufarbeiten, wöchentliche Routine, Lernen im Austausch mit anderen.
- Entscheidend ist die Obergrenze der Gruppe. Bis vier Kinder funktioniert individuelle Betreuung, darüber kippt sie.
- Die Probestunde beantwortet die Frage meist eindeutiger als jede Broschüre.
Die falsche Frage zuerst
„Was ist besser?“ ist bei dieser Entscheidung die falsche Frage, denn beide Formen sind für unterschiedliche Situationen gebaut. Die richtige Frage lautet: Was braucht Ihr Kind gerade, wie viel davon, und wie lange voraussichtlich? Mit diesen drei Antworten ergibt sich die passende Form fast von selbst.
Wann Einzelunterricht die bessere Wahl ist
- Bei großen, alten Rückständen. Wenn aus zwei Schuljahren Grundlagen fehlen, braucht es eine Zeit lang volle Aufmerksamkeit und ein Tempo, das sich nur nach einem Kind richtet.
- Bei starker Prüfungsangst. Ein Kind, das schon beim Gedanken an die Arbeit blockiert, öffnet sich leichter, wenn niemand zuschaut.
- Wenn Fragen nicht gestellt werden. Manche Kinder schweigen in jeder Gruppe, auch in einer kleinen. Wer nicht fragt, lernt langsamer, dann ist die Einzelstunde ihr Geld wert.
- Kurz vor einer entscheidenden Prüfung, wenn in wenigen Wochen sehr gezielt an den Themen einer ganz bestimmten Prüfung gearbeitet werden muss.
Der Preis dieser Vorteile ist wörtlich zu nehmen: Einzelunterricht kostet ein Mehrfaches der Gruppenstunde. Das ist in den genannten Situationen gut angelegt, als Dauerlösung für gewöhnliche Schulbegleitung aber selten nötig.
Wann die Kleingruppe mehr bringt
- Bei allem, was Ausdauer braucht. Die meisten Schulprobleme entstehen über Monate und verschwinden über Monate. Weil die Gruppe pro Einheit deutlich günstiger ist, halten Familien sie doppelt so lange durch, und Kontinuität schlägt Intensität fast immer.
- Wenn Erklären zum Lernen gehören soll. In einer guten Kleingruppe erklären sich Kinder Dinge gegenseitig, und ein Kind, das einem anderen die Prozentrechnung erklärt, versteht sie hinterher selbst besser. Das lässt sich im Einzelunterricht nicht nachbauen.
- Wenn das Kind sehen soll, dass es nicht allein ist. Der Satz „Ich bin der Einzige, der das nicht kann“ überlebt keine drei Gruppenstunden. Das entlastet mehr, als Eltern von außen sehen.
- Für die wöchentliche Routine. Fester Termin, fester Ort, dieselben Gesichter: für die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist diese Verlässlichkeit der eigentliche Hebel.
Die Größenfrage, klar beantwortet
Kleingruppe ist kein geschützter Begriff. Manche Anbieter nennen so auch Gruppen mit sechs oder acht Kindern, und dann stimmt die Rechnung nicht mehr: die Lehrkraft schafft es rechnerisch nicht, jedem Kind mehrmals pro Stunde Rückmeldung zu geben. Bei uns liegt die Grenze bei vier Schülerinnen und Schülern je Gruppe, und zwar als Obergrenze, nicht als Durchschnitt. Nach Fach und Klassenstufe sortiert bleibt der Unterricht damit individuell genug, um auf jedes Kind einzugehen, und günstig genug, um ihn über Monate durchzuhalten.
Drei Fragen für Ihre Entscheidung
- Wie groß ist die Lücke? Ein aktuelles Thema oder ein halbes Schuljahr? Kleine bis mittlere Lücken schließt die Gruppe zuverlässig, sehr große sprechen zunächst für Einzelarbeit.
- Wie lange soll die Begleitung laufen? Wenige Wochen bis zu einer Prüfung sprechen für Einzelstunden, ein Schuljahr Begleitung spricht für die Gruppe.
- Wie lernt Ihr Kind? Blüht es im Austausch auf oder zieht es sich dann zurück? Beobachten Sie es in der Probestunde, die Antwort ist meist nach 45 Minuten sichtbar.