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LernFokus Nachhilfeinstitut

Rechtschreibung: Fehler bündeln sich in wenigen Mustern

Die Diagnose dauert eine halbe Stunde: drei korrigierte Texte, eine Tabelle, und das Muster steht da.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtschreibfehler verteilen sich fast nie gleichmäßig. Sie bündeln sich in drei oder vier Mustern, und die sind bei jedem Kind andere.
  • Die Diagnose dauert eine halbe Stunde: drei korrigierte Texte, eine Tabelle, und das Muster steht da.
  • Vier Bereiche decken den größten Teil ab: Groß- und Kleinschreibung, Dehnung, Schärfung und das gegen dass.
  • Diktate ins Blaue prüfen alles auf einmal und ändern nichts. Geübt wird mit den eigenen Fehlern und in kleinen Portionen.

Niemand kann gar keine Rechtschreibung

Der Satz mein Kind kann keine Rechtschreibung fällt in vielen Gesprächen, und er stimmt so gut wie nie. Wer die letzten Arbeiten durchsieht, findet keinen gleichmäßigen Teppich aus Fehlern, sondern Häufungen. Ein Kind schreibt jedes Substantiv klein, das nicht wie ein Ding aussieht. Ein anderes verdoppelt Konsonanten dort, wo keine hingehören. Ein drittes hat ausschließlich ein Problem mit das und dass und sonst kaum eines.

Das ist eine gute Nachricht, denn drei Muster lassen sich abarbeiten, eine allgemeine Schwäche nicht. Es erklärt auch, warum das übliche Mittel so wenig bewirkt. Ein Diktat prüft alles gleichzeitig, findet wieder dieselben Fehler und sagt am Ende genau das, was vorher schon bekannt war.

Die Diagnose: eine halbe Stunde mit drei alten Texten

Nehmen Sie drei korrigierte Texte aus den letzten Monaten, gern aus verschiedenen Fächern. Legen Sie eine Tabelle mit drei Spalten an: falsch geschrieben, richtig geschrieben, und daneben die Kategorie. Dann jeden angestrichenen Fehler eintragen, ohne zu erklären und ohne zu üben.

Nach etwa dreißig Wörtern ist das Bild da. Meistens stehen zwei Kategorien mit einer langen Reihe von Strichen und der Rest mit einem oder zwei. Genau diese zwei sind die Arbeit der nächsten Wochen, alles andere darf warten. Diese halbe Stunde ist die wirksamste, die in der Rechtschreibung investiert wird, und sie kostet nichts.

Die vier Muster, in denen sich fast alles bündelt

Groß- und Kleinschreibung

Der Hund und das Haus sind selten das Problem. Es geht um Substantivierungen: das Laufen, etwas Schönes, beim Essen, im Allgemeinen, nichts Besonderes. Zwei Tests reichen für fast alle Fälle. Steht ein Artikel davor oder ließe sich einer einsetzen, wird großgeschrieben. Steht ein etwas, nichts, viel, wenig oder alles davor, wird das folgende Wort großgeschrieben. Ähnlich zuverlässig sind die Endungen: ung, heit, keit, nis und schaft machen ein Substantiv.

Dehnung

Lange Vokale werden auf drei Arten markiert: durch ein h, durch einen doppelten Vokal oder durch ie. Es gibt keine Regel, die jeden Fall entscheidet, aber es gibt Struktur. Das Dehnungs-h steht fast immer vor l, m, n oder r: Zahl, nehmen, ihn, Ohr. Nach au, ei und eu steht es nie. Und das wichtigste Werkzeug ist die Wortfamilie: wer fahren, Fahrt, Fähre und Gefahr zusammen lernt, lernt vier Wörter mit einer Entscheidung.

Schärfung

Nach einem kurzen, betonten Vokal wird der Konsonant verdoppelt. Der Test ist das Ohr, und Wortpaare machen ihn hörbar: Ofen und offen, Rate und Ratte, Miete und Mitte, wen und wenn. Wer das Wort langsam in Silben spricht, hört den Unterschied deutlicher als beim Lesen. Auch ck und tz gehören hierher, sie sind nichts anderes als die Verdopplung von k und z.

das und dass

Das ist die verlässlichste Regel im ganzen Feld und in zehn Minuten erklärt. Lässt sich dieses, jenes oder welches einsetzen, ohne dass der Satz kaputtgeht, dann schreibt man das mit einem s. Geht es nicht, dann dass. Wer diesen Test dreißigmal bewusst durchführt, macht den Fehler danach nicht mehr. Was danach noch bleibt, ist eine Frage der Gewohnheit und nicht des Wissens.

Wenn die Muster feststehen und nur das gezielte Üben fehlt, ist das eine überschaubare Sache. Zur kostenlosen Probestunde oder telefonisch unter 0163 / 2666082.

Üben, das etwas ändert

Das verbreitetste Mittel ist, ein falsch geschriebenes Wort zehnmal abzuschreiben. Es fühlt sich fleißig an und ist der Zwilling des Wiederlesens: Das Wort steht direkt daneben, der Kopf muss nichts holen, und danach ist alles wieder weg. Wirksam ist die andere Richtung, nämlich das Wort aus dem Gedächtnis zu produzieren und danach zu prüfen.

Für das Lernen von Texten ist dieser Unterschied gut untersucht. Roediger und Karpicke haben 2006 gemessen, dass Wiederlesen kurz nach dem Lernen sogar vorn liegt, mit 83 zu 71 Prozent nach fünf Minuten, und dass sich das nach einer Woche umdreht: dann steht das Abrufen bei 61 Prozent und das Wiederlesen bei 40. Eine große Übersicht von Dunlosky und Kollegen aus dem Jahr 2013 hat zehn verbreitete Lerntechniken geprüft und nur zwei die höchste Stufe gegeben, nämlich dem Sich-selbst-Abfragen und dem verteilten Lernen. Markieren und Wiederlesen landeten in der untersten Kategorie.

Beide Arbeiten haben das an Texten untersucht und nicht an Rechtschreibung. Die Übertragung ist also eine Annahme und kein Befund, und man sollte sie auch so nennen. Sie liegt allerdings nahe, weil das Abschreiben genau die Eigenschaft hat, die dort schlecht abgeschnitten hat: Die Lösung liegt sichtbar vor einem.

  • Zehn Wörter aus der eigenen Fehlerliste, nicht mehr. Alle aus derselben Kategorie, damit dieselbe Regel dreimal greift.
  • Zu jedem Wort die Regel laut sagen, bevor geschrieben wird. Nicht das Wort merken, sondern die Entscheidung.
  • Nach drei Tagen dieselben zehn Wörter erneut, ohne Vorlage. Was sitzt, fliegt raus, was nicht sitzt, bleibt.
  • Nach einer und nach drei Wochen ein letzter Durchgang. Erst dann ist ein Wort wirklich weg von der Liste.

Die Kontrolle am eigenen Text

In der Klassenarbeit entstehen viele Fehler nicht aus Unwissen, sondern weil niemand sie sucht. Wer den eigenen Text am Ende normal liest, liest über alles hinweg, denn der Kopf ergänzt, was er erwartet. Zwei Handgriffe helfen dagegen. Den Text rückwärts lesen, Wort für Wort von hinten nach vorn, nimmt dem Kopf den Sinn weg und lässt nur die Wortbilder übrig. Und den Text leise mitzusprechen macht Satzenden hörbar, die auf dem Papier fehlen.

Zwei Bereiche werden oft in einen Topf geworfen, obwohl es zwei Baustellen sind. Zeichensetzung ist keine Rechtschreibung. Wer alle Wörter richtig schreibt und trotzdem viele Striche im Text hat, hat wahrscheinlich ein Kommaproblem, und das folgt eigenen Regeln, vor allem rund um Nebensätze. Es lohnt sich, die beiden Sorten in der Fehlertabelle getrennt zu führen.

Wann Üben nicht das richtige Mittel ist

Wenn nach der Sortierung nur eine einzige Kategorie übrig bleibt, etwa das und dass, dann ist das ein Nachmittag und kein Kurs. Wenn Ihr Kind viel liest und die Wörter sitzen und nur die Kommas fehlen, ist es ebenfalls kein Fall für zusätzliche Rechtschreibstunden.

Anders sieht es aus, wenn die Fehler sich gerade nicht bündeln. Wenn dasselbe Wort in einem Text dreimal verschieden geschrieben wird, wenn sich kein Muster zeigen will, wenn das Lesen selbst langsam und mühsam bleibt und wenn sich seit Jahren trotz Übung nichts bewegt, dann ist das kein Fleißproblem. Dafür gibt es einen Namen, eine Diagnostik und Unterstützung. Der erste Schritt ist dann nicht mehr Üben, sondern ein Gespräch mit der Klassenlehrkraft. Wie das an der Schule Ihres Kindes abläuft und was dort möglich ist, sagt Ihnen die Schule.

Und ein Satz zum Ton: Rechtschreibung ist der Bereich, in dem Korrekturen am schnellsten persönlich werden, weil jeder Fehler sichtbar auf dem Papier steht. Ein rot durchgestrichener Text sagt einem Kind vor allem, dass es viel falsch gemacht hat. Eine Tabelle mit zwei Kategorien sagt ihm, woran es arbeitet. Der Unterschied ist nicht Pädagogik, sondern Information.

Passend dazu

  • Die Inhaltsangabe schreiben

    Sie sieht einfach aus und ist die erste Textsorte mit harten Regeln. Wer nacherzählt wie im Freundeskreis, macht inhaltlich alles richtig und verliert trotzdem.

  • Die Erörterung schreiben

    Eine Erörterung ist kein Meinungstext. Bewertet wird nicht die Position, sondern ob sie sich aus Gründen ergibt.

  • Lernplan für die Klassenarbeit

    Nicht mehr Stunden, sondern die richtigen: ein konkreter Plan für die zehn Tage vor der Arbeit, den Familien sofort übernehmen können.

Die erste Stunde kostet nichts.

Schreiben Sie uns, was in der Schule gerade nicht läuft. Wir melden uns spätestens am nächsten Werktag und schlagen einen Termin für die Probestunde vor.

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