Zum Inhalt springen
LernFokus Nachhilfeinstitut

Englischklausur: warum Punkte an der Aufgabe verloren gehen

Outline, analyse, comment on und discuss verlangen jeweils etwas anderes. Wer das weiß, schreibt nicht mehr an der Aufgabe vorbei.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der häufigste Punktverlust in der Englischklausur ist kein Grammatikfehler, sondern eine Antwort auf eine andere Frage als die gestellte.
  • Welche Frage gestellt ist, sagt der Operator: outline, analyse, comment on und discuss verlangen jeweils etwas anderes.
  • In der Analyse zählt nicht das gefundene Stilmittel, sondern seine Wirkung. Ein benanntes Mittel ohne Wirkung ist ein halber Satz ohne Punkt.
  • Die Aufgaben gehören vor dem Text gelesen. Das verändert, worauf man beim Lesen achtet, und kostet keine Minute extra.

Der teuerste Fehler ist keiner in der Sprache

Es gibt eine Sorte Klausur, die Eltern besonders ratlos macht: das Englisch ist flüssig, die Vokabeln sitzen, es sind kaum Fehler angestrichen, und die Note ist trotzdem mittelmäßig. Die Erklärung steht fast immer im Erwartungshorizont und nicht am Rand. Gefragt war eine Analyse, geschrieben wurde eine Zusammenfassung.

Das ist die wichtigste Einsicht für die Oberstufe: Bewertet wird nicht, wie gut jemand Englisch kann, sondern ob er die gestellte Aufgabe bearbeitet hat. Wer den Inhalt eines Textes brillant nacherzählt, obwohl nach der Wirkung gefragt war, hat gute Sprache und wenig Punkte. Und das lässt sich schneller ändern als der Wortschatz.

Die Operatoren, und was sie jeweils verlangen

Operatoren sind die Verben der Aufgabenstellung. Sie sind nicht zufällig gewählt, jedes von ihnen meint etwas Bestimmtes, und gemeinsam bilden sie drei Stufen: wiedergeben, untersuchen, Stellung nehmen. Wer die Stufe erkennt, weiß schon, wie der Text aussehen muss.

Wiedergeben

  • outline, summarize: den Inhalt geordnet und in eigenen Worten wiedergeben, dem Gedankengang des Textes folgend. Keine eigene Meinung, keine Deutung, kaum Zitate.
  • describe: benennen, was im Text steht, ohne es zu erklären. Auch hier keine Bewertung.

Untersuchen

  • analyse, examine: zeigen, wie der Text gemacht ist und was das bewirkt. Aufbau, Perspektive, Wortwahl, Bilder, Satzbau. Jede Aussage mit einem kurzen Beleg aus dem Text und der Zeilenangabe.
  • compare: zwei Texte an denselben Kriterien entlang, nicht nacheinander. Wer erst den einen und dann den anderen abhandelt, hat zwei Analysen geschrieben und keinen Vergleich.
  • explain: einen Zusammenhang aus dem Text heraus verständlich machen. Nicht die eigene Meinung, sondern die Logik der Vorlage.

Stellung nehmen

  • comment on: eine eigene, begründete Position zu einer vorgegebenen Aussage. Eine Position ist Pflicht, ein Gefühl reicht nicht, jedes Argument braucht eine Begründung.
  • discuss: beide Seiten gegeneinander abwägen und am Ende zu einem Ergebnis kommen. Der Unterschied zu comment liegt genau hier: die Gegenseite muss vorkommen, und zwar in ihrer starken Fassung.
  • assess, evaluate: bewerten, aber an einem genannten Maßstab. Wer den Maßstab nicht ausspricht, bewertet ins Leere.

Häufig steht am Ende eine Wahl zwischen einer Stellungnahme und einer gestalterischen Aufgabe: ein Brief, eine Rede, ein Tagebucheintrag, eine Antwort an eine Person aus dem Text. Dann zählt die Form mit. Ein Brief hat eine Anrede, eine Rede hat ein Publikum, und wer das ignoriert, verliert Punkte, die nichts mit Englisch zu tun haben. Wie eine Klausur bei Ihnen genau aufgebaut ist und wie stark die Sprache gewichtet wird, sagt Ihnen die Schule Ihres Kindes.

Die Operatoren sind an einem Nachmittag zu klären. Wenn die Sprache stimmt und die Note nicht, ist das oft der ganze Unterschied. Zur kostenlosen Probestunde oder telefonisch unter 0163 / 2666082.

Wo die Punkte tatsächlich liegen bleiben

Das Stilmittel ohne Wirkung

The author uses a metaphor in line twelve. Das ist eine Beobachtung und noch keine Analyse. Der Punkt hängt an der zweiten Hälfte: was bewirkt das Bild, welchen Eindruck erzeugt es beim Leser, wie unterstützt es die Absicht des Textes. Eine brauchbare Faustregel lautet, dass hinter jedem genannten Mittel ein which oder ein this creates folgen muss.

Zitate, die den Satz sprengen

Ganze Sätze abzuschreiben füllt Zeilen und bringt nichts. Zitiert werden drei bis fünf Wörter, und zwar so eingebaut, dass der eigene Satz grammatisch weiterläuft. Die Zeilenangabe gehört dazu. Fehlt sie, kann der Beleg nicht gewertet werden, obwohl er richtig war.

Nacherzählen im Analyseteil

Wenn im zweiten Teil noch einmal steht, was passiert, ist das doppelt verloren: die Zeit ist weg, und der Inhalt wurde im ersten Teil schon bezahlt. Ein Test, der beim Schreiben hilft: Steht in diesem Absatz ein Satz über die Wirkung? Wenn nein, gehört er gestrichen.

Die letzte Aufgabe, die nicht mehr fertig wird

Der Teil, in dem Stellung genommen wird, ist meistens der anspruchsvollste. Wer die Zusammenfassung liebevoll ausbaut, bezahlt das am Ende mit einem angefangenen Absatz. Das ist der teuerste Fehler überhaupt, weil dort die Punkte lagen, für die man am wenigsten Text braucht.

Zeiteinteilung, die diesen Fehler verhindert

Der wirksamste Handgriff kostet nichts: zuerst die Aufgaben lesen, dann den Text. Wer weiß, dass nach der Erzählperspektive gefragt wird, liest anders und muss den Text hinterher nicht ein zweites Mal durcharbeiten.

  • Etwa ein Fünftel der Zeit für Lesen, Markieren und eine Stichwortgliederung zum letzten Teil. Das fühlt sich nach Zeitverlust an und ist der Grund, warum das Schreiben danach schnell geht.
  • Die Schreibzeit im Verhältnis der Punkte aufteilen, die auf dem Blatt stehen, und diese Zeiten vor dem ersten Satz an den Rand schreiben. Eine Uhrzeit am Rand ist verbindlicher als ein Vorsatz.
  • Ist die Zeit für einen Teil um, wird abgebrochen, auch mitten im Gedanken. Ein knapper letzter Teil bringt mehr als ein perfekter zweiter.
  • Die letzten Minuten nicht zum Lesen, sondern zum Suchen. Wer den eigenen Text noch einmal von vorne liest, findet nichts.

Für die Schlusskontrolle lohnt es sich, genau zwei Fehlerarten zu wählen, und zwar die eigenen. Sie stehen in den letzten zurückgegebenen Arbeiten. Bei den meisten sind es die Zeitform und das dritte s im Präsens, bei anderen die deutsche Satzstellung. Zwei gezielte Durchgänge finden mehr als ein allgemeiner.

Wann Nachhilfe nicht das richtige Mittel ist

Wenn Ihr Kind gutes Englisch schreibt und nur nicht wusste, was discuss verlangt, dann ist das ein Gespräch und eine Liste, kein Kurs. Diese Seite enthält beides, und wer sie mit der letzten Klausur nebeneinanderlegt, sieht in zwanzig Minuten, wo es gehakt hat.

Wenn dagegen schon der Text nicht durchdrungen wird, weil zu viele Wörter fehlen, gehen Stunden über Operatoren daran vorbei. Dann ist die Baustelle der Wortschatz, und der wächst nur über Zeit und regelmäßiges Lesen.

Und wenn die Aufgaben zu Hause gelingen und in der Klausur nicht, geht es nicht um Englisch, sondern um Prüfungsbedingungen. Dagegen hilft, unter Zeit zu üben: eine alte Klausur, eine Uhr, keine Hilfsmittel. Das ist unangenehm und es ist das Einzige, was diesen Abstand verkleinert.

Passend dazu

  • Englische Zeitformen sortieren

    Das Deutsche hat eine Vergangenheit, das Englische mehrere. Deshalb hilft die Übersetzung bei der Wahl der Zeitform kein Stück weiter.

  • Abitur in NRW vorbereiten

    Das Abitur wird als Prüfungswoche wahrgenommen und ist zum größeren Teil das Ergebnis von zwei Jahren. Was daraus für die Vorbereitung folgt.

  • Die Erörterung schreiben

    Eine Erörterung ist kein Meinungstext. Bewertet wird nicht die Position, sondern ob sie sich aus Gründen ergibt.

Die erste Stunde kostet nichts.

Schreiben Sie uns, was in der Schule gerade nicht läuft. Wir melden uns spätestens am nächsten Werktag und schlagen einen Termin für die Probestunde vor.

Ohne Umweg

info@lernfokus-nachhilfe.de

Oder kommen Sie einfach vorbei.
Rheinstraße 93, 47798 Krefeld

Telefonisch Montag bis Freitag zwischen 13:00 und 18:00 Uhr.