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LernFokus Nachhilfeinstitut

Ferien nutzen, ohne die Ferien kaputtzumachen

Vier kurze Einheiten pro Woche wirken besser als eine Woche am Stück, und sie kosten deutlich weniger Ferien.

Das Wichtigste in Kürze

  • In zwei Wochen lässt sich ein Themenbereich schließen, kein Schuljahr. Wer sich das vorher sagt, plant besser und ist am Ende zufriedener.
  • Vier oder fünf kurze Einheiten pro Woche wirken besser als eine Woche am Stück, und sie kosten deutlich weniger Ferien.
  • Das Ziel muss am Ende überprüfbar sein. Sonst wird aus Ferienlernen eine Beschäftigung, die niemand für beendet erklären kann.
  • Es gibt Fälle, in denen die richtige Entscheidung lautet: gar nicht. Ein erschöpftes Kind holt im August nichts auf.

Was in zwei Wochen realistisch ist

Der Vorsatz heißt meistens, in den Ferien holen wir Mathe auf. Damit ist er schon gescheitert, weil Mathe kein Ziel ist, sondern ein Fach, und ein Fach ist nie fertig. Realistisch ist ein Themenbereich, und zwar ein eng gefasster: die Bruchrechnung sicher, die Zeiten im Englischen sortiert, der Einleitungssatz einer Inhaltsangabe, das Umformen von Gleichungen ohne Nachdenken.

Der Grund für diese Enge ist nicht Bescheidenheit. Ein enges Ziel lässt sich am letzten Tag überprüfen, ein weites nicht, und nur ein überprüfbares Ziel kann man abschließen. Wer am Ende der zwei Wochen sagen kann, das kannst du jetzt, hat mehr erreicht als jemand, der vierzehn Tage lang an einem ganzen Fach gearbeitet hat und weiter im Ungefähren steht.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Bereich es sein soll, liefern die letzten korrigierten Arbeiten die Antwort. Nicht die Note, sondern die Stellen, an denen die roten Anstriche stehen. Häufen sie sich in den Zwischenschritten, also beim Umformen, beim Rechnen, bei der Grammatik, dann liegt dort das Ferienthema und nicht beim Stoff der letzten Wochen.

Warum verteilt besser wirkt als am Stück

Die verbreitete Ferienlösung ist der Block: eine Woche jeden Vormittag drei Stunden, dann ist es erledigt. Das fühlt sich gründlich an und ist die schlechtere Variante. Dieselbe Menge Zeit über mehr Tage verteilt bringt mehr, und dieser Befund gehört zu den am besten belegten der Lernforschung.

In der großen Übersichtsarbeit von Dunlosky und Kollegen wurden zehn verbreitete Lerntechniken anhand hunderter Studien bewertet. Nur zwei erhielten die höchste Stufe: sich selbst abfragen und das Lernen über mehrere Tage verteilen. Ausgerechnet die beiden Techniken, auf die sich die meisten Schülerinnen und Schüler verlassen, Markieren und Wiederlesen, landeten in der untersten Kategorie.

Warum sich der Block trotzdem besser anfühlt, zeigt ein Experiment der Gedächtnisforscher Roediger und Karpicke. Zwei Gruppen lernten denselben Text, die eine las ihn wiederholt, die andere verbrachte dieselbe Zeit damit, ihn aus dem Gedächtnis abzurufen. Fünf Minuten später lag die Lesegruppe vorn, mit 83 gegenüber 71 Prozent. Eine Woche später hatte sich das Bild umgedreht: die Abrufgruppe wusste noch 61 Prozent, die Lesegruppe 40. Der Zustand direkt nach dem Lernen sagt also wenig darüber, was in einer Woche noch da ist. In den Ferien ist das besonders wichtig, weil der Abstand bis zur nächsten Arbeit hier am größten ist.

Ein Plan, der die Ferien nicht auffrisst

Die erste Woche bleibt frei

Nach einem Schuljahr braucht es ein paar Tage, bis jemand aufnahmefähig ist. Der Stoff läuft nicht weg. Bei längeren Ferien liegt der Lernteil deshalb in der Mitte, nicht am Anfang, und keinesfalls in den letzten Tagen.

Kurz, täglich, vormittags

Zwanzig bis dreißig Minuten reichen aus, bei jüngeren Kindern weniger. Vormittags, weil der Tag danach dem Kind gehört und weil Einheiten am Abend zuverlässig ausfallen. Vier oder fünf Tage pro Woche, und die freien Tage werden vorher festgelegt und nicht spontan verhandelt.

Ein Kalender an der Wand

Vierzehn Kästchen, die abgehakt werden, und die freien Tage sind eingetragen. Das klingt banal und wirkt aus einem einfachen Grund: Ihr Kind sieht schwarz auf weiß, dass die Ferien größer sind als das Lernen darin. Ohne diesen Überblick fühlt sich ein Plan mit fünf mal zwanzig Minuten an, als sei der ganze Sommer verplant.

Ein Ende, das feststeht

Der letzte Termin steht vom ersten Tag an fest, und danach ist Schluss, auch wenn nicht alles geschafft ist. Ferienlernen ohne vereinbartes Ende zieht sich bis zum Schulstart und vergiftet den Rest.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Themenbereich es sein sollte, schauen wir uns das gern in einer kostenlosen Probestunde an, am besten mit der letzten Arbeit auf dem Tisch. Zur kostenlosen Probestunde oder telefonisch unter 0163 / 2666082.

Was in diesen Einheiten passiert

Nicht lesen, sondern rechnen, schreiben, sprechen. Die Regel für die Ferien ist dieselbe wie im Schuljahr, nur fällt sie hier leichter, weil kein Termindruck dazwischenfunkt: gearbeitet wird ohne Vorlage. Eine Aufgabe lösen, dann vergleichen. Eine Regel erklären, ohne hinzusehen. Vokabeln in beide Richtungen abfragen lassen.

  • Altes Material ist das beste Material. Korrigierte Arbeiten und Übungshefte des vergangenen Jahres sind kostenlos, passend und ehrlich, weil dort genau die Fehler stehen, um die es geht.
  • Ein Fehlerheft anlegen. Aufgabe, eigener falscher Weg, richtiger Weg, ein Satz dazu, warum es schiefging. Zwei Minuten pro Fehler, und im nächsten Schuljahr ist es die beste Zusammenfassung, die es gibt.
  • Erst eine Sorte, dann gemischt. Zuerst wird ein Aufgabentyp sicher, dann kommen gemischte Aufgaben, weil in der Arbeit auch nicht draufsteht, welches Verfahren gemeint ist.
  • Kein Vorarbeiten. Solange etwas fehlt, gehört die Zeit dorthin. Stoff vorwegzunehmen, den die Schule ohnehin behandelt, bringt selten so viel wie dieselbe Zeit an einer Lücke, die tatsächlich stört.

Wann die Ferien besser ganz frei bleiben

Es gibt Situationen, in denen jeder Ferienplan die falsche Entscheidung ist, und sie sind häufiger, als man denkt.

Wenn Ihr Kind aus dem Schuljahr erschöpft herauskommt und in der ersten Ferienwoche krank wird, ist Erholung die Maßnahme und nicht die Zusatzstunde. Wenn zu Hause monatelang über das Lernen gestritten wurde, ist die Pause von diesem Streit mehr wert als zehn Einheiten; der Konflikt kommt sonst im September mit einer weiteren Schicht zurück. Und wenn das Schuljahr eigentlich in Ordnung war und die Sorge eher allgemein ist, dann gibt es nichts aufzuholen, sondern nur ein schlechtes Gewissen zu beruhigen, und dafür sind Ferien zu kostbar.

Ehrlich ist auch diese Einordnung: Wenn die Lücke zwei oder drei Schuljahre zurückreicht, sind zwei Wochen ein Anfang und keine Lösung. Wir sagen das lieber vorher, als im September so zu tun, als sei damit etwas erledigt. Und wenn hinter dem schwachen Jahr etwas anderes steckt als fehlender Stoff, wenn es also um Ängste, anhaltende Erschöpfung oder Rückzug geht, dann sind die Ferien nicht der Ort dafür. Ansprechpartner sind die Klassenlehrkraft, die schulpsychologische Beratungsstelle und Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt.

Die letzten Tage vor dem Schulstart

Die letzten Ferientage gehören nicht dem Stoff, sondern dem Rhythmus. Wer zwei Wochen bis nach Mitternacht wach war, startet unabhängig von jeder Vorbereitung schlecht, und das lässt sich in ein paar Tagen Schritt für Schritt zurückdrehen.

Dazu zwei kleine Dinge, die mehr bringen als eine weitere Übung: die Mappen einmal sortieren und den Stundenplan der ersten Woche ansehen. Der erste Schultag ist damit keine Überraschung mehr, sondern ein Termin, auf den man vorbereitet ist. Für ein Kind, das aus einem schwierigen Jahr kommt, ist genau das die halbe Miete.

Passend dazu

Die erste Stunde kostet nichts.

Schreiben Sie uns, was in der Schule gerade nicht läuft. Wir melden uns spätestens am nächsten Werktag und schlagen einen Termin für die Probestunde vor.

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